icon_von_logo_chirurgicum

renehaVis-Therapie

Die Hyalarttherapie ist ein Standardvefahren in der Behandlung der Knie-, Hüft-, Schultergelenksarthrose. Die deutsche Leitlinie Gonarthrose und die amerikanische Leitline der OARSI empfehlen den Einsatz der Hyaluronsäure bei Arthrose in den verschiedenen Stadien.

Auf dem Markt sind unterschiedliche Hersteller, die Hyaluronosäuren anbieten. Sie unterscheiden sich zunächst in der Art der Produktion:

  1. biologische Produkte
  2. künstlich hergestellte Hyaluronsäuren

 

Die biologischen Produkte sind sog. Arzneimittel und werden von allen Privatkassen übernommen. Bedauerlicherweise haben diese ein größeres allergisches Potenzial und sind in der Qualität nicht so gut wie die künstlich hergestellten Hyaluronsäuren.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen trotz der Studienlage die Kosten nicht.

Die Begründung ist: Der Nutzen sei zu klein! Die Krankenkassen geben zu, dass ein Nutzen vorliegt, stufen diesen aber als zu gering ein.

Wir halten diesen Ansatz für falsch, da auch die kleinste Verbesserung der Beweglichkeit mehr Lebensqualität bringen kann. 

In unserer Praxis kommen verschiedene Hyalartsorten zum Einsatz. Diese unterscheiden sich in der Qualität und Preis.

Hierbei setzen wir neben den anderen Therapiformen das RenehaVis-Verfahren ein. Diese Injektion hat als besonderes Merkmal, dass zwei verschiedene Hyaluronsäurearten in einer Spritze kombiniert sind. Diese  zwei verschiedene Säuren sollen sowohl die Entzünung im Gelenk reduzieren sowie die Gelenkschmierung verbessern.

Studien

Studie zeigt Überlegenheit beim Einsatz zwei verschiedener Hyaluronsäuren bei der Behandlung von Arthrose

Untersucht wurde in der Studie die Wirksamkeit und langfristige Sicherheit einer Hyaluronsäure-Therapie bei Arthrose. Verglichen wurden dabei die kombinierte Hyaluronsäure (HA) mit zweierlei Molekulargewicht (DMW) mit dem alleinigen Einsatz entweder einer hoch- oder niedermolekularen Hyaluronsäure (HMW bzw. LMW). Patienten mit Kniearthritis wurden dazu mithilfe einer visuellen Analogskala (VAS) zu ihren Ruhe- und bewegungsassoziierten Schmerzen befragt.

Design und Methode

200 Studienteilnehmer wurden zu Studienbeginn randomisiert und doppelblind auf vier Kohorten (Personengruppen) verteilt. Gruppe 1 wurde mit DMW (580-780 kDa 1,2-2,0 Mio. Da), Gruppe 2 mit LMW (500-730 kDa), Gruppe 3 mit HMW (6 Mio. Da) und Gruppe 4 mit einem Placebo (Kochsalzlösung) behandelt. Die Patienten erhielten eine Injektion wöchentlich über einen Zeitraum von drei Wochen. Es erfolgte dann ein Follow-up in den Wochen 16, 52 und 104.

Zielparameter

Erhebungen wurden bei t0 sowie nach 2, 3, 16, 52 und 104 Wochen unternommen. Die Wirksamkeit wurde anhand der von den Patienten angegebenen Werte auf der VAS (0-100mm) im Sitzen (in Ruhe) sowie nach einem Gehtest abgefragt. Als weitere Maßstäbe wurde die Häufigkeit der Einnahme von Schmerzmitteln sowie die allgemeine gesundheitsbezogene Zufriedenheit der Patienten der einzelnen Kohorten miteinander verglichen. Patienten, die auch in Woche 52 noch einen Gehschmerz von > 45mm angaben, erhielten eine erneute Injektion.

Ergebnisse

Bei der Erhebung nach Woche 4, 12 und 16 zeigte sich in allen Behandlungsgruppen gegenüber der Placebo-Kohorte ein signifikant verbesserter VAS-Wert: DMW (89,3%, p <0,001; 87,4%, p <0,001 88,1%, p <0,001), LMW (81,3%, p <0,001; 78,2%, p <0,001; 77,0%, p <0,001), HMW (78,1%, p <0,001; 81,1%, p <0,001; 79,4%, p <0,001).
Nach 52 Wochen erreichten acht Patienten aus Gruppe 1 (DMW) als einzige einen VAS-Score von < 45mm in Ruhe. Sowohl in Ruhe als auch nach dem Gehtest zeigten die DMW-Patienten zu allen Erhebungszeitpunkten niedrigere VAS-Scores als die LMW- und HMW-Kohorten.

Sicherheit

Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen auf. Einige Patienten berichteten über Schmerzen und lokale Schwellungen an der Injektionsstelle (21%), Erytheme (12%) und Steifheitsgefühle im Gelenk (7%).

Zusammenfassung

Insgesamt ließ sich in den Gruppen der mit LMW, HMW und DMW behandelten Patienten eine Verbesserung der VAS-Werte feststellen. Am deutlichsten war dieser Effekt sowohl in Ruhephasen als auch nach dem Gehtest bei einer Behandlung mit DMW zu erkennen. Auch das Follow-up lässt darauf schließen, dass die Behandlung mit DMW vor allem bei Patienten mit aktivierter Gonarthrose langfristig von Vorteil ist.

Ablauf

Vor der Therapie

Vor der Therapie ist zwingend ein Röntgenbild im Stehen anzufertigen. Zusätzlich ist gelegentlich ein MRT hilfreich. Wir führen zur verbesserten 3-D-Darstellung häufig ein CB-CT unter Belastung durch, wenn es erforderlich sein sollte.

 

Wie läuft die Therapie ab?

Der Hersteller empfiehlt folgendes Therapieschema:

1 . Jahr: 3 Injektionen innerhalb von 3 Wochen alle 3 Monaten
2. Jahr: 3 Injektionen innerhalb von 6 Monaten
ab dem 3. Jahr: 3 Injektionen alle 12 Monate

Nach der Injektion

Sie erhalten nach der Injektion ein Eispack auf die Injektionsstelle und kühlen in der Praxis 5-10 Minuten. Anschließend dürfen Sie die Praxis verlassen. Sie können in der Regel ohne Probleme Autofahren. Fahrradfahren wird danach nicht empfohlen. Wir empfehlen zur Reduktion der Infektionsgefahr am Tag der Injektion nicht in die Sauna zu gehen oder ein Vollbad zu nehmen. Eine sportliche Betätigung ist ebenfalls nicht empehlenswert.

 

bisherige Komplikationen in der Praxis

Bei insgesamt ca. 500 RenehaVis-Injektionen in den letzten 4 Jahren traten folgende Komplikationen auf:

Allergische Reaktion: 1 Fall
Blutung: 0 Fälle
Nachblutung: 0 Fälle
Nervenverletzung: 0 Fälle
andere Komplikationen: 1 Fall (Erfrierung 1. Grades bei der Kühlung)

 

Kosten

Da wir die Spritzen beim Hersteller bestellen, geben wir sämtliche Rabatte an Sie weiter. Die Therapiekosten erfragen SIe bitte in einem persönlichem Gespräch mit Dr. Losonc, da diese von Ihrer Versicherung abhängig sind.

Zusammenfassung

Die RenehaVis-Therapie kann aufgrund der speziellen Zusammensetzung Schmerzen bei Arthrose abmildern. Sie wird in unserer Praxis standardmäßig eingesetzt und zeigte nahezu keine Komplikationen bei der Verabreichung.